Russisch-ukrainischer Dialog

Das experimenta Magazin lädt ukrainische und russische Autori:nnen zum literarischen Dialog ein. Einmal im Monat werden literarische Abhandlungen in Form von Essays, Lyrik oder Interviews einer breiten Öffentlichkeit gestellt.
experimenta Leser:innen werden ebenfalls aufgefordert, sich an dem Dialog zu beteiligen.
Eine Voraussetzung ist, dass keine Kriegs- oder Militärtermini verwendet werden. Dem Dialog soll eine gewaltfreie Kommunikation zugrunde liegen.
Einsendungen mit maximal 3000 Zeichen an: redaktion@experimenta.de


16.09.2022: Open Air Lesung in Bingen

Lesung mit eXperimenta Autor:innen im Tunneltheater

Mit dem Thema „365 Tage Liebe“ werden experimenta Autor:innen Ihre Texte im Tunneltheater in Bingen einem interessierten Publikum vorstellen. Im Herbst wird eine Anthologie zum gleichnamigen Thema veröffentlicht werden, an der mehr als 300 Autor:innen teilgenommen haben.

Die Lesung findet am 16. September im Tunneltheater am Rheinufer, Open Air statt. Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und ist bis 21:00 Uhr geplant. Autor:innen, die einen Text zum Thema beitragen möchten, können sich gerne mit einem Text bewerben. Maximale Länge: 1200 Zeichen.

Die Moderation des Abends übernimmt der Radio Moderator Wolfgang Röben. Musikalisch wird die Lesung von Frederik Durczek am Cello begleitet.

Als besondere Gäste werden Pater Stephan Reimund Senge sowie Annette Artus und Martina Spieß-Gehring erwartet. Der Dichtermönch ist der „letzte Mönch von Himmerod“. Annette Artus und Martina Spieß-Gehring werden an diesem Abend Auszüge aus dem Stück „Vision der Liebe“ vorstellen. Annette Artus spielt die Hildegard von Bingen und Martina Spieß-Gehring singt Choräle der Ordensfrau.

Der Eintritt ist kostenlos, freiwillige Spenden werden begrüßt.


Trailer von Michael Braun auf dem Youtube-Kanal von Rüdiger Heins. Beim Klick auf den Play-Button öffnet sich Youtube in einem neuen Tab. (möglicherweise vorher Drittanbieter-Werbung … )

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JUNI 2022

Titelbild: Helga Zumstein und Rüdiger Heins

Liebe Leserinnen,

Sprache ist faszinierend. Mit ihr lassen sich Bilder zeichnen, Vergangenes hinterfragen, Gegenwärtiges verstehen und missverstehen, Zukünftiges gestalten. Sprache hat etwas Verbindendes und etwas Ausgrenzendes. Zerstörerisches. Friedvolles. Etwas, das ihre Betrachterinnen zu Fragenden, Staunenden, zu Kritikerinnen, Befürworterinnen, Rebellinnen, zu Genießerinnen und Bewunderinnen machen kann.

Fühlen Sie sich gerade angesprochen?

Ich spekuliere: Die Frauen unter Ihnen ja, die Männer unter Ihnen nein. Oder es ist Ihnen gleichgültig, da, wie Sie sicher wissen, ja alle mit-gemein-t sind. Das wäre natürlich prima. Aber „mit-meinen“ ist so etwas wie gut gemeint und doch nicht gut gemacht.

Sie sehen schon, worauf ich hinaus will: Zukunft gestalten mit gendergerechter Sprache.

Mir ist sie wichtig, denn ich fühle mich als Frau nicht mit-gemeint, wenn es heißt: Liebe Leser, Betrachter, Genießer, Bewunderer, Kritiker, Befürworter, Gestalter.

Ich freue mich, dass die experimenta schon so viele Jahre eine Plattform bietet für Autorinnen und Autoren, für Texte aller Art, für Fotografien und Malerei. Für Kunst. Für Experimentelles. Die experimenta lässt viel zu, im positiven Sinne. Lässt zu, mutet zu, fordert heraus, gestaltet.

Kennengelernt habe ich sie 2008, als ich für zwei Jahre Stipendiatin beim INKAS- Institut war und regelmäßig Beiträge für sie geschrieben habe. Diese Zeit hat mich sehr beflügelt und ich stelle fest, dass mich immer wieder Texte in den Ausgaben der experimenta aufs Neue inspirieren, etwas in mir anstoßen, das mich wagen und ausprobieren lässt in der eigenen literarischen Arbeit.

In meiner INKAS-Zeit wurde mir sehr bewusst, dass gutes Schreiben nicht ohne das Lesen funktioniert. Jedenfalls nicht, wenn im Schreiben eine Tiefe entstehen soll, die berührt. Das Lesen führt zu mehr (Fein)Gefühl beim Schreiben. Die unablässige Auseinandersetzung mit Wörtern und Worten verdichtet im Laufe der Zeit die eigene Sprache.

Liebe Leserinnen und liebe Leser, Sprache ist faszinierend. Ich wünsche Ihnen einen großen Lesegenuss mit dieser Ausgabe und möchte Sie einladen zu genießen, die Texte und Bilder, die Sie sehen und die bei Ihnen entstehen, kritisch zu betrachten, sich inspirieren zu lassen, zu staunen und zu hinterfragen. Ich würde mich für Sie und für die experimenta sehr freuen, wenn Sie sich angesprochen fühlten.

Verbunden mit den besten Wünschen an die experimenta zum 20-jährigen Bestehen grüße ich Sie sehr herzlich.

Marlene Schulz
www.marleneschulz.info


Marlene Schulz *1961, Studien des belletristischen und journalistischen Schreibens, 2008-2010 Stipendiatin am INKAS-Institut für kreatives Schreiben in Bad Kreuznach, seit 2005 beteiligt an DIE SCHREIBWERKSTATT bei syntagma in Frankfurt am Main; zahlreiche Veröffentlichungen (Prosa,Lyrik) in Literaturzeitschriften und Anthologien im deutschsprachigen Raum