experimenta auf acebook

Home

OKTOBER + NOVEMBER 2018
Bach in blau

Titelbild der eXperimenta von November 2018

Liebe Leserinnen und Leser,
während Sie das Editorial der experimenta lesen, sterben im gleichen Augenblick irgendwo auf der Welt Menschen an Hunger, Krankheit oder sind zu Opfern eines Krieges geworden. Eine „Scheißwelt“ ist das!

Dabei könnten wir auf diesem Planeten doch ein schönes Leben führen. Keine hungernden Menschen, keine Menschen, die an Seuchen sterben, keine Menschen die flüchten müssen oder die durch Kriege ihr Leben verlieren.

Die Realität aber ist eine andere: Zwischen Salzgebäck und Bier verdrängen wir jeden Abend zur gleichen Sendezeit live, wie Menschen um ihr Überleben ringen. Da gibt es eifrige Kommentatoren, die möglichst nahe am Geschehen Schicksale dokumentieren.

Warum ist das so? Ganz einfach: Solange es wenige Menschen gibt, die den Rachen nicht voll genug bekommen, werden auf der anderen Seite viele Menschen sterben, hungern oder verdursten müssen.

Was aber können wir ändern?
Wir brauchen verantwortungsbewusste Politiker, die den Mut haben, Dinge anzupacken, die andere liegen lassen. Wir brauchen auch kompetente Manager in der Wirtschaft, die dazu in der Lage sind, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen.

Irgendwo habe ich einmal den Satz gelesen: „Es fnden keine Revolutionen mehr statt, weil das Fernsehprogramm zu gut ist“.

Das stimmt nicht ganz, denn über die Qualität des Fernsehens lässt sich streiten. Aber sagen wir es so: Heute gehen nur noch wenige Menschen auf die Straße, um für eine gute Sache zu demonstrieren. Es ist doch viel bequemer, vor dem Fernseher liegen zu bleiben und die Realität auszublenden – zu verdrängen.

Was können wir tun?
Aufmerksam sein, uns mit Gleichgesinnten vernetzen, miteinander teilen. Da war einmal einer, der vor mehr als 2000 Jahren in Palästina eine Revolution der Liebe ausgerufen hat. Das Ding ist immer noch im Gange!

Ihr Rüdiger Heins
www.ruedigerheins.de

DOWNLOADS

Ausgabe im Einzelseiten-Format / Doppelseiten-Ausgabe

Warum zwei unterschiedliche Ausgaben?

• Die Einzelseiten-Ausgabe eignet sich zum Drucken auf Papier im Format DIN-A4 und zum Zusammenbasteln, zum Blättern.

• Die Doppelseiten-Ausgabe zeigt – quasi »ungeschnitten und am Stück« – die Schönheit der Fotografien bzw. Illustrationen der mitwirkenden Künstler.
Die Doppelseiten-Ausgabe ermöglicht uns, diesen Fotos und Illustrationen den Raum zu geben, den sie benötigen und verdienen. Allerdings bräuchte es für einen adäquaten Ausdruck einen Drucker für das Format DIN-A3, den wohl die wenigsten zu Hause im Einsatz haben dürften. Druckt man die DS-Ausgabe auf DIN-A4 aus, wird jede Seite auf dieses Format minimiert und eingepasst. Zum Lesen ist dann allerdings eine Lupe nötig …

In eigener Sache

Die experimenta finanziert sich ausschließlich durch Spendengelder. Das macht uns unabhängig von Werbung. Seit fünfzehn Jahren ist es uns gelungen, unser Magazin auf diese Weise, mit einem geringen Budget, über die Runden zu bringen. Dennoch möchten wir Sie an dieser Stelle bitten, die experimenta durch Ihre Spende zu unterstützen. Bei mehr als 20.000 Abonnentinnen und Abonnenten kann uns schon ein Betrag von 1 bis 50 Euro oder mehr sehr hilfreich sein, um unsere redaktionelle Arbeit entspannter und effektiver zu gestalten. Mit Ihrer Spende können wir Kosten für umfangreiche Recherchen finanzieren. Damit wir die nächsten fünfzehn Jahre weitermachen können, hoffen wie auf Sie mit Ihrer Solidaritätsspende.

Hier die Kontoverbimdung:

  • ID Netzwerk für alternative Medien- und Kulturarbeit e.V.
    • Mainzer Volksbank
    • IBAN: DE57 5519 0000 0295 4600 18
    • BIC: MVBMDE55
    • Verwendungszweck: experimenta

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Unterstützung!
Ihre experimenta Redaktion!

Sonderausgabe: KURSK

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe KURSK

1. Kurskistisches Manifest

Timo Krstin

verlesen am 5. Februar 2015, dem 99. Geburtstag von Dada, im Cabaret Voltaire

Die Kursk ist der Versuch, dem herrschenden Diskurs ein Wort entgegen zu setzen, das in seiner Reinheit und Klarheit auf eine höhere Sprache verweist und vielleicht einen Ausweg bietet aus der Verstrickung der Sprache selbst in den herrschenden Diskurs, das Wort die Kursk, oder Kursk, oder Kuss und so weiter.

Die Kursk ist ein Wort, das sich erhebt aus der zeitgenössischen Sprache, die heute weniger denn je in der Lage zu sein scheint, sich aus den Fesseln des tagespolitischen Geschwätzes zu lösen, das Sprache reduziert auf mediale Kommunikation. Trotz ihrer kraftlosen Banalität (denn Sprache selbst als der Mensch in seinem Netz spielt in ihr keine Rolle), trägt das tagespolitische Geschwätz auf unseren Bühnen und in unseren Texten das Versprechen einer höheren Authentizität vor sich her wie das Parlament sein Volk, als Entschuldigung.

Die Kursk ist ein Wort auf dem Weg zu einer Sprache, die sich selber wieder ernst nimmt als das, was sie ist, als Sprache und nicht als Vehikel. Die Kursk ist nicht wahrheitsfähig und auf keine erdenkliche Weise individuell, sie ist die Sprache jenseits einer Sprache, die sich selber nur gerechtfertigt sieht, wenn jemand zu ihr sagt: »Du sprichst Wahrhaftes aus.« Die Kursk hat keinen Bezug zum Ich. Die Kursk hat keinen Bezug zur Tagespolitik. Die Kursk ist kein Vehikel.

Download als Einzelseiten-Ausgabe

Download der Doppelseiten-Ausgabe

Sonderausgabe

mit einem Essay von Prof. Dr. Mario Andreotti

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe

In seinem Essay »Wenn ein Gespräch über Bäume wieder möglich wird« gelingt es Prof. Dr. Mario Andreotti mit ausgesuchten Beispielen aus der Weltliteratur, dem Leser die Essenz literarischer Entfaltungsmöglichkeiten, wissenschaftlich abgeleitet, zu entschlüsseln.

Er beschreibt genau einen interaktiven Vorgang in seiner literarischen Entfaltung, auf den der Glücksforscher Milhaly Csikszentmihalyi hingewiesen hat: Die bewusste Benutzung von Worten bereichere unser Leben, ist dieser überzeugt. Unsere traditionelle Form des Erzählens, das »gesprochene Wort«, hat für ihn einen besonderen Unterhaltungswert, der das Wohlbefinden hebt. Die verbale Kommunikation, bei der interaktiv Worte sich zu wertvollen Informationen verdichten, ist für Csikszentmihalyi im Grunde genommen Hauptzweck einer Unterhaltung.

Download der Sonderausgabe WENN EIN GESPRÄCH ÜBER BÄUME WIEDER MÖGLICH WIRD