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SEPTEMBER 2018
Wechselspiel der Welterklärung

Titelbild der eXperimenta von September 2018

Liebe Leserinnen und Leser, die experimenta ist wieder einmal »unterwegs« zu Ihnen.

Die Sommermonate verleiten uns immer wieder dazu, eine Reise irgendwohin zu unternehmen. Am liebsten dahin, wo wir dem grauen Alltag entfliehen können, um neue Kräfte zu tanken. Die Kraftreserven, die wir tanken, verwenden wir dann wieder in unserem täglichen Leben, um da weitermachen zu können, wo wir aufgehört haben. Im »grauen Alltag«. Warum verreisen wir dann, wenn wir immer wieder dort weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben? Gibt es nicht Wege zu einer neuen Lebensqualität?

Bei meinen Reisen versuche ich, mich mir selbst anzunähern. So gesehen sind die Reisen, die ich im Außen mache, Reisen zu mir selbst. Eine Reise nach innen, um anzukommen bei dem, der ich bin – oder sein könnte. Auf diesen inneren »Heldenreisen« entdecke ich oftmals einen Erfahrungsschatz, der mir dabei hilft, die Wirren dieser Zeit besser ertragen zu können. Es lohnt sich: Das Aussteigen aus dem Alltag in eine Welt, die zu uns selbst führt.

Die experimenta ist auch unterwegs. Wir arbeiten beständig daran, die Qualität des Magazins zu verbessern. Für Anregungen Ihrerseits sind wir sehr dankbar, denn schließlich soll die experimenta ein Magazin werden, das mit seinen Leser(innen) ein gemeinsames »Kunstwerk« gestaltet.

Viel Freude beim Lesen!

Ihr Rüdiger Heins

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Ausgabe im Einzelseiten-Format / Doppelseiten-Ausgabe

Warum zwei unterschiedliche Ausgaben?

• Die Einzelseiten-Ausgabe eignet sich zum Drucken auf Papier im Format DIN-A4 und zum Zusammenbasteln, zum Blättern.

• Die Doppelseiten-Ausgabe zeigt – quasi »ungeschnitten und am Stück« – die Schönheit der Fotografien bzw. Illustrationen der mitwirkenden Künstler.
Die Doppelseiten-Ausgabe ermöglicht uns, diesen Fotos und Illustrationen den Raum zu geben, den sie benötigen und verdienen. Allerdings bräuchte es für einen adäquaten Ausdruck einen Drucker für das Format DIN-A3, den wohl die wenigsten zu Hause im Einsatz haben dürften. Druckt man die DS-Ausgabe auf DIN-A4 aus, wird jede Seite auf dieses Format minimiert und eingepasst. Zum Lesen ist dann allerdings eine Lupe nötig …

In eigener Sache

Die experimenta finanziert sich ausschließlich durch Spendengelder. Das macht uns unabhängig von Werbung. Seit fünfzehn Jahren ist es uns gelungen, unser Magazin auf diese Weise, mit einem geringen Budget, über die Runden zu bringen. Dennoch möchten wir Sie an dieser Stelle bitten, die experimenta durch Ihre Spende zu unterstützen. Bei mehr als 20.000 Abonnentinnen und Abonnenten kann uns schon ein Betrag von 1 bis 50 Euro oder mehr sehr hilfreich sein, um unsere redaktionelle Arbeit entspannter und effektiver zu gestalten. Mit Ihrer Spende können wir Kosten für umfangreiche Recherchen finanzieren. Damit wir die nächsten fünfzehn Jahre weitermachen können, hoffen wie auf Sie mit Ihrer Solidaritätsspende.

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    • Verwendungszweck: experimenta

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Unterstützung!
Ihre experimenta Redaktion!

Sonderausgabe: KURSK

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe KURSK

1. Kurskistisches Manifest

Timo Krstin

verlesen am 5. Februar 2015, dem 99. Geburtstag von Dada, im Cabaret Voltaire

Die Kursk ist der Versuch, dem herrschenden Diskurs ein Wort entgegen zu setzen, das in seiner Reinheit und Klarheit auf eine höhere Sprache verweist und vielleicht einen Ausweg bietet aus der Verstrickung der Sprache selbst in den herrschenden Diskurs, das Wort die Kursk, oder Kursk, oder Kuss und so weiter.

Die Kursk ist ein Wort, das sich erhebt aus der zeitgenössischen Sprache, die heute weniger denn je in der Lage zu sein scheint, sich aus den Fesseln des tagespolitischen Geschwätzes zu lösen, das Sprache reduziert auf mediale Kommunikation. Trotz ihrer kraftlosen Banalität (denn Sprache selbst als der Mensch in seinem Netz spielt in ihr keine Rolle), trägt das tagespolitische Geschwätz auf unseren Bühnen und in unseren Texten das Versprechen einer höheren Authentizität vor sich her wie das Parlament sein Volk, als Entschuldigung.

Die Kursk ist ein Wort auf dem Weg zu einer Sprache, die sich selber wieder ernst nimmt als das, was sie ist, als Sprache und nicht als Vehikel. Die Kursk ist nicht wahrheitsfähig und auf keine erdenkliche Weise individuell, sie ist die Sprache jenseits einer Sprache, die sich selber nur gerechtfertigt sieht, wenn jemand zu ihr sagt: »Du sprichst Wahrhaftes aus.« Die Kursk hat keinen Bezug zum Ich. Die Kursk hat keinen Bezug zur Tagespolitik. Die Kursk ist kein Vehikel.

Download als Einzelseiten-Ausgabe

Download der Doppelseiten-Ausgabe

Sonderausgabe

mit einem Essay von Prof. Dr. Mario Andreotti

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe

In seinem Essay »Wenn ein Gespräch über Bäume wieder möglich wird« gelingt es Prof. Dr. Mario Andreotti mit ausgesuchten Beispielen aus der Weltliteratur, dem Leser die Essenz literarischer Entfaltungsmöglichkeiten, wissenschaftlich abgeleitet, zu entschlüsseln.

Er beschreibt genau einen interaktiven Vorgang in seiner literarischen Entfaltung, auf den der Glücksforscher Milhaly Csikszentmihalyi hingewiesen hat: Die bewusste Benutzung von Worten bereichere unser Leben, ist dieser überzeugt. Unsere traditionelle Form des Erzählens, das »gesprochene Wort«, hat für ihn einen besonderen Unterhaltungswert, der das Wohlbefinden hebt. Die verbale Kommunikation, bei der interaktiv Worte sich zu wertvollen Informationen verdichten, ist für Csikszentmihalyi im Grunde genommen Hauptzweck einer Unterhaltung.

Download der Sonderausgabe WENN EIN GESPRÄCH ÜBER BÄUME WIEDER MÖGLICH WIRD