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JANUAR 2019
Aspekte und Tendenzen der neueren Schweizer Literatur

Titelbild der experimenta von Januar 2019

Aus dem Editorial der aktuellen Ausgabe:

„Was bleibet aber, stiften die Dichter.“

Der Sehergestus Friedrich Hölderlins steht fremd in unserer Zeit. Was Literatur wirklich vermag – diese Frage wird heute zunehmend bescheiden, ja kleinlaut gestellt. Doch vermag Literatur wirklich so wenig, ist sie wirklich so nutzlos, wie sie vielen in unserer vollkommen ökonomisierten Gesellschaft erscheint? Oder leistet die Auseinandersetzung mit ihr im Hinblick auf menschliche Bildung nicht ganz Entscheidendes? Das Letztere ist wohl der Fall.

Jede Dichtung repräsentiert in dem, was sie sagt, ein Stück Welt, das nicht die Welt unseres Alltags ist. Durch die Beschäftigung mit ihr, vor allem wenn es sich um ein Werk der Vergangenheit handelt, lernen wir demnach andere Welten, oder besser gesagt, andere Sichtweisen von der Welt kennen. Das ermöglicht es uns, das eigene Weltverständnis zu erweitern, es vergleichend zu reflektieren, ja zu hinterfragen, zwingt uns zur Toleranz.


[…]

Was immer die Funktion der Literatur innerhalb des Ganzen der menschlichen Bildung sein mag, eines lässt sich kaum bezweifeln: dass sie ein taugliches Mittel ist, vielleicht das tauglichste von allen, Welterfahrung weiterzugeben, den Menschen seiner Verantwortung in dieser Welt bewusst werden zu lassen. Und welche Zeit hätte das notwendiger als die unsrige? Wozu Dichter, wozu Literatur in dürftiger Zeit? Sie können unsere Zeit vielleicht minder dürftig machen.

Prof. Mario Andreotti
Mitherausgeber der experimenta

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Ausgabe im Einzelseiten-Format / Doppelseiten-Ausgabe

Warum zwei unterschiedliche Ausgaben?

• Die Einzelseiten-Ausgabe eignet sich zum Drucken auf Papier im Format DIN-A4 und zum Zusammenbasteln, zum Blättern.

• Die Doppelseiten-Ausgabe zeigt – quasi »ungeschnitten und am Stück« – die Schönheit der Fotografien bzw. Illustrationen der mitwirkenden Künstler.
Die Doppelseiten-Ausgabe ermöglicht uns, diesen Fotos und Illustrationen den Raum zu geben, den sie benötigen und verdienen. Allerdings bräuchte es für einen adäquaten Ausdruck einen Drucker für das Format DIN-A3, den wohl die wenigsten zu Hause im Einsatz haben dürften. Druckt man die DS-Ausgabe auf DIN-A4 aus, wird jede Seite auf dieses Format minimiert und eingepasst. Zum Lesen ist dann allerdings eine Lupe nötig …

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Sonderausgabe: KURSK

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe KURSK

1. Kurskistisches Manifest

Timo Krstin

verlesen am 5. Februar 2015, dem 99. Geburtstag von Dada, im Cabaret Voltaire

Die Kursk ist der Versuch, dem herrschenden Diskurs ein Wort entgegen zu setzen, das in seiner Reinheit und Klarheit auf eine höhere Sprache verweist und vielleicht einen Ausweg bietet aus der Verstrickung der Sprache selbst in den herrschenden Diskurs, das Wort die Kursk, oder Kursk, oder Kuss und so weiter.

Die Kursk ist ein Wort, das sich erhebt aus der zeitgenössischen Sprache, die heute weniger denn je in der Lage zu sein scheint, sich aus den Fesseln des tagespolitischen Geschwätzes zu lösen, das Sprache reduziert auf mediale Kommunikation. Trotz ihrer kraftlosen Banalität (denn Sprache selbst als der Mensch in seinem Netz spielt in ihr keine Rolle), trägt das tagespolitische Geschwätz auf unseren Bühnen und in unseren Texten das Versprechen einer höheren Authentizität vor sich her wie das Parlament sein Volk, als Entschuldigung.

Die Kursk ist ein Wort auf dem Weg zu einer Sprache, die sich selber wieder ernst nimmt als das, was sie ist, als Sprache und nicht als Vehikel. Die Kursk ist nicht wahrheitsfähig und auf keine erdenkliche Weise individuell, sie ist die Sprache jenseits einer Sprache, die sich selber nur gerechtfertigt sieht, wenn jemand zu ihr sagt: »Du sprichst Wahrhaftes aus.« Die Kursk hat keinen Bezug zum Ich. Die Kursk hat keinen Bezug zur Tagespolitik. Die Kursk ist kein Vehikel.

Download als Einzelseiten-Ausgabe

Download der Doppelseiten-Ausgabe

Sonderausgabe

mit einem Essay von Prof. Dr. Mario Andreotti

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe

In seinem Essay »Wenn ein Gespräch über Bäume wieder möglich wird« gelingt es Prof. Dr. Mario Andreotti mit ausgesuchten Beispielen aus der Weltliteratur, dem Leser die Essenz literarischer Entfaltungsmöglichkeiten, wissenschaftlich abgeleitet, zu entschlüsseln.

Er beschreibt genau einen interaktiven Vorgang in seiner literarischen Entfaltung, auf den der Glücksforscher Milhaly Csikszentmihalyi hingewiesen hat: Die bewusste Benutzung von Worten bereichere unser Leben, ist dieser überzeugt. Unsere traditionelle Form des Erzählens, das »gesprochene Wort«, hat für ihn einen besonderen Unterhaltungswert, der das Wohlbefinden hebt. Die verbale Kommunikation, bei der interaktiv Worte sich zu wertvollen Informationen verdichten, ist für Csikszentmihalyi im Grunde genommen Hauptzweck einer Unterhaltung.

Download der Sonderausgabe WENN EIN GESPRÄCH ÜBER BÄUME WIEDER MÖGLICH WIRD