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MÄRZ 2019

Titelbild der experimenta von März 2019

Liebe Leserinnen und Leser,
sichtbar oder unsichtbar – das ist hier die Frage. In vielen Lebenssituationen sehen wir uns genötigt, auf die unmittelbaren, scheinbar offenkundigen Reize unserer Umgebung, reagieren zu müssen. Vieles deutet darauf hin, dass wir keine Wahl haben.

Aber wie wirklich ist die Wirklichkeit? Sind wir tatsächlich Teil eines großen Ganzen – eine Ameise im Ameisenhaufen, immer bemüht, fleißig die eigene Rolle gemäß dem Prinzip Ursache und Wirkung zu fnden und ihr gerecht zu werden?

Oder kann eine Rollenzuschreibung in einer Gesellschaft wie der unseren, deren auffällige Schläfernatur jede Logik in Walt Disneys Version von Peter Pan verbannt und ad absurdum führt, gelingen?

Wir berufen uns auf eine Wirklichkeit, der wir außer Passivität nichts entgegenzusetzen haben. Mit den uns immanenten Bildern davon, wie Leben funktioniert, verpassen wir dem Dasein ein Netz voller Kategorien, aus dem es kaum Entrinnen gibt. Mehr noch, wir verwechseln die Kategorie mit uns selbst und es ist dieses Selbst, das wir erfunden haben. So deutlich, dass der fließende Grund unter unseren Füßen zu einer starren Scheibe gerinnt, deren Ränder uns suspekt erscheinen.

Wir sind eine Gesellschaft, die droht über den Rand zu kippen, ohne Vorstellung davon, was uns erwartet, denn schon die Ausgangshypothese ist längst verschwunden hinter der starren Maske der gut gemeinten Gönnerhaftigkeit, dem Ringen nach Anerkennung und des nicht wissen Wollens. Möglicherweise haben wir viele sichtbare Feinde im Außen, jedoch mindestens zwei unsichtbare Freunde: Die Liebe und den Tod.

Antje Hampe

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Ausgabe im Einzelseiten-Format / Doppelseiten-Ausgabe

Warum zwei unterschiedliche Ausgaben?

• Die Einzelseiten-Ausgabe eignet sich zum Drucken auf Papier im Format DIN-A4 und zum Zusammenbasteln, zum Blättern.

• Die Doppelseiten-Ausgabe zeigt – quasi »ungeschnitten und am Stück« – die Schönheit der Fotografien bzw. Illustrationen der mitwirkenden Künstler.
Die Doppelseiten-Ausgabe ermöglicht uns, diesen Fotos und Illustrationen den Raum zu geben, den sie benötigen und verdienen. Allerdings bräuchte es für einen adäquaten Ausdruck einen Drucker für das Format DIN-A3, den wohl die wenigsten zu Hause im Einsatz haben dürften. Druckt man die DS-Ausgabe auf DIN-A4 aus, wird jede Seite auf dieses Format minimiert und eingepasst. Zum Lesen ist dann allerdings eine Lupe nötig …

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Sonderausgabe: KURSK

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe KURSK

1. Kurskistisches Manifest

Timo Krstin

verlesen am 5. Februar 2015, dem 99. Geburtstag von Dada, im Cabaret Voltaire

Die Kursk ist der Versuch, dem herrschenden Diskurs ein Wort entgegen zu setzen, das in seiner Reinheit und Klarheit auf eine höhere Sprache verweist und vielleicht einen Ausweg bietet aus der Verstrickung der Sprache selbst in den herrschenden Diskurs, das Wort die Kursk, oder Kursk, oder Kuss und so weiter.

Die Kursk ist ein Wort, das sich erhebt aus der zeitgenössischen Sprache, die heute weniger denn je in der Lage zu sein scheint, sich aus den Fesseln des tagespolitischen Geschwätzes zu lösen, das Sprache reduziert auf mediale Kommunikation. Trotz ihrer kraftlosen Banalität (denn Sprache selbst als der Mensch in seinem Netz spielt in ihr keine Rolle), trägt das tagespolitische Geschwätz auf unseren Bühnen und in unseren Texten das Versprechen einer höheren Authentizität vor sich her wie das Parlament sein Volk, als Entschuldigung.

Die Kursk ist ein Wort auf dem Weg zu einer Sprache, die sich selber wieder ernst nimmt als das, was sie ist, als Sprache und nicht als Vehikel. Die Kursk ist nicht wahrheitsfähig und auf keine erdenkliche Weise individuell, sie ist die Sprache jenseits einer Sprache, die sich selber nur gerechtfertigt sieht, wenn jemand zu ihr sagt: »Du sprichst Wahrhaftes aus.« Die Kursk hat keinen Bezug zum Ich. Die Kursk hat keinen Bezug zur Tagespolitik. Die Kursk ist kein Vehikel.

Download als Einzelseiten-Ausgabe

Download der Doppelseiten-Ausgabe

Sonderausgabe

mit einem Essay von Prof. Dr. Mario Andreotti

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe

In seinem Essay »Wenn ein Gespräch über Bäume wieder möglich wird« gelingt es Prof. Dr. Mario Andreotti mit ausgesuchten Beispielen aus der Weltliteratur, dem Leser die Essenz literarischer Entfaltungsmöglichkeiten, wissenschaftlich abgeleitet, zu entschlüsseln.

Er beschreibt genau einen interaktiven Vorgang in seiner literarischen Entfaltung, auf den der Glücksforscher Milhaly Csikszentmihalyi hingewiesen hat: Die bewusste Benutzung von Worten bereichere unser Leben, ist dieser überzeugt. Unsere traditionelle Form des Erzählens, das »gesprochene Wort«, hat für ihn einen besonderen Unterhaltungswert, der das Wohlbefinden hebt. Die verbale Kommunikation, bei der interaktiv Worte sich zu wertvollen Informationen verdichten, ist für Csikszentmihalyi im Grunde genommen Hauptzweck einer Unterhaltung.

Download der Sonderausgabe WENN EIN GESPRÄCH ÜBER BÄUME WIEDER MÖGLICH WIRD